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Auf dieser Seite meine Eindrücke über die Stadt Montevideo, die Uruguayer, die Universidad Católica de Montevideo und das Leben hier in Uruguay, die ich in den letzten drei Monaten hier gewonnen habe.

Montevideo
Die Uruguayer
Die Universidad Católica de Montevideo
Das Leben in Uruguay


 
Montevideo

Man sagt, dass Montevideo die europäischste Hauptstadt Lateinamerikas sein soll. So richtig kann ich das ja nicht beurteilen, aber nach der Ausrottung und Vertreibung aller indianischen Ureinwohner durch General Rivera bleiben ja auch nur noch Nachkommen der ersten Siedler aus Spanien.
Der touristische Kern der Stadt ist die Cuidad Vieja – die Altstadt. Ansonsten gibt es hier vor allem Statuen und Denkmäler von allen möglichen Generälen, die mehr oder minder großes in der uruguayanischen Geschichte geleistet haben. Auch wenn das brauntrübe Wasser im Rio de la Plata nicht annähernd so zum Baden einlädt wie der Atlantik an der Copacabana, hat der Strand von Pocitos doch fast so eine schöne Strandpromenade.
Die schwere Wirtschaftskrise im Jahr 2000 hat zu einem spürbaren Anstieg der Armut und damit zu einem starken Anschwellen des informellen Sektors geführt: sehr oft sieht man Menschen, die mit ihren Pferdekutschen durch die Straßen fahren und in den Müllcontainern nach Plastik oder Aluminium suchen oder andere, die im Bus Bonbons und Heftpflaster verkaufen oder an den Ampeln Bälle jonglieren oder Windschutzscheiben putzen. Da die meisten von ihnen unter schwer vorstellbaren Bedingungen in einfachen Wellblechhütten ohne Fenster auf blanker Erde in den Außenbezirken der Stadt wohnen, bekommt man hier im Zentrum nur wenig vom Ausmaß der Armut und des Elends mit.










Photos zum Thema 'Montevideo':
Ein Stadtrundgang durch Montevideo



 
Die Uruguayer

Ich bin mir bewusst, dass es unsinnig ist, von den ‚Uruguayern’ zu sprechen und damit alle in eine Schublade zu stecken, aber es gibt einige Eigenschaften, die mir hier bei besonders vielen aufgefallen sind.
Ich habe die Menschen hier und vor allem die Jüngeren als sehr offen erlebt. Wenn man in einer Gruppe nur einen kennt wird man normalerweise gleich den anderen vorgestellt. Auf einer der vielen Privatparties dauert es normalerweise nicht lange, bis man mit Uruguayern in Gespräch kommt. Meistens drehen sich die ersten Gespräche darum, warum ich mich für ein Studium gerade in Uruguay entschieden habe, oder die Uruguayer zählen voller Stolz alle fünf oder sechs Wörter auf, die sie auf Deutsch können.
Anders als in Deutschland geht der gemeine Uruguayaner erst nach 24 Uhr auf eine Party. Davor bleibt man entweder daheim auf der Couch liegen oder man trifft sich bei Freunden um in gemütlicher Atmosphäre vorzuglühen. Dabei ist es fast obligatorisch, dass man zu jeden Treffen mindestens eine Viertelstunde zu spät kommt.








Photos zum Thema 'Die Uruguayaner':
Pablos 25. Geburtstag



 
Die Universidad Católica de Montevideo

Das Studieren an der privaten Universidad Católica hat wenig mit dem Studium in Nürnberg zu tun. Auf die in langen Jahren angewöhnte Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit wird hier wenig Wert gelegt. An der Uni daheim gibt es eine Prüfung, bei der man den Stoff können muss – wann, wo und wie er gelernt wird bleibt in der Verantwortung des Studenten. Hier wird in kleinen Klassen von 20 bis 30 Studenten mehr unterrichtet. Es herrscht Anwesenheitspflicht (zumd. bei 60% der Veranstaltungen) und der Lernfortschritt wird durch zwei Zwischenprüfungen kontrolliert, deren Ergebnis über die Zulassung der Abschlussprüfung entscheidet.
Für mich, der die Vorlesungen in Deutschland nur sporadisch und dann zum Schlafen und Unterhalten besucht und der am besten drei Trage vor der Prüfung lernt, war das eine ganz schöne Umstellung. Ich genieße die Freiheiten, die ich in Deutschland habe und freue mich schon wieder auf eine anonyme Massenveranstaltung mit 400 Studenten. Positiv an den Zwischenprüfungen ist aber, dass einem bei ausreichend guten Resultaten (also mir nicht) die Abschlussprüfung erlassen werden kann und man deswegen am Ende weniger Stress hat.
Die Stoffbearbeitung ist hier vergleichbar mit einer deutschen Fachhochschule weniger theoretisch und wissenschaftlich, sondern wird stets mit Fallstudien und Praxisbeispielen verknüpft.








Photos zum Thema 'Universidad Católica de Montevideo':
Die Gallerie der Internationalen Studenten



 
Das Leben in Uruguay

Nach der Aufgabe der Bindung an den USD kam es zu einer starken Abwertung des urguayanischen Pesos, was das Leben hier für Europäer hier sehr günstig macht. Vor allem die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen liegen deutlich unter dem deutschen Niveau. Der Mindestlohn beträgt lediglich 100,- Euro im Moment und so werden hier Annehmlichkeiten wie eine Putzfrau, Wäsche in die Wäscherei bringen oder öfters mit dem Taxi fahren erschwinglich.
Ansonsten unterscheidet sich das Leben hier nicht grundlegend von daheim. Abgesehen von Haribo-Gummibärchen gibt es hier nichts, was man nicht kaufen könnte
Die Tatsache, dass man hier in einem Dritten Welt Land lebt, bekommt man ihm Alltag eigentlich relativ wenig zu spüren. Trotz der großen Anzahl ärmerer Menschen hatte ich noch nie das Gefühl, dass es zumindest hier in den Zentrums-Nahen Stadtteilen gefährlich wäre. Darin unterscheidet sich Montevideo wahrscheinlich stark von den anderen lateinamerikanischen Hauptstädten.
Uruguay ist aber aufgrund der Liebe der Uruguayaner zum Fleisch (was bei dieser Qualität auch verständlich ist), sicherlich nicht das beste Reiseland für Vegetarier.
Wie wahrscheinlich überall auf der Welt sind auch hier Parties ein elementarer Bestandteil des Studentenlebens.








Photos zum Thema 'Leben in Montevideo':
Unsere Wohnung in Montevideo
Fünf Feiern in Montevideo
Ein Wochenende in Montevideo





 



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