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oder: non scholae, sed vitae discimus…
Hallo zusammen!
Jetzt ist er da – der Moment, zu dem es immer noch so lange hin war. Der Moment, mich aus Uruguay zu verabschieden. Wohl nicht für immer, aber zumindest vorerst. Mein Rucksack ist gepackt und mein sowieso spartanisch eingerichtetes Zimmer erscheint jetzt noch leerer.
Nach vier Monaten hier in Montevideo bleibt der Name das einzige exotische an Uruguay. Über das Leben hier habe ich ja unter Mein Montevideo schon genug gschrieben. Im Rückblick war es eine gute Entscheidung, hierher zu kommen und zu studieren. Mein Spanisch hat sich eindeutig verbessert, auch wenn ich jetzt sagen muss, dass ich in diesem Punkt sicher nicht alles erreicht habe, was ich hätte können. Auch wenn es mir etwas schwer fällt, Abschied zu nehmen, bin ich froh, kein weiteres Semester mehr an der Universidad Católica del Uruguay zu studieren. Das Studium war echt Zeitverschwendung - auch wenn ich die Verschwendung glücklicherweise sehr begrenzt habe. Viel wichtiger waren wohl die Erlebnisse außerhalb der Uni, die Gespräche mit Fede und Pablo, der Besuch im Krankenhaus und vor allem die Arbeit mit den Kindern während meines Sozialprojekts. Es lässt sich hier gut leben, ohne dass man allzu viel von der Armut mitbekommt. Aber sobald man die zentralen Stadtteile verlässt, wird deutlich, dass Uruguay ein Land der Dritten Welt ist. Vorgestern war ich das erste Mal in dem Stadtteil, in dem meine Kinder wohnen. Man kennt diese Bilder aus dem Fernsehen, aber wenn man diese Hütten sieht, den penetranten Geruch des Mülls, der über allem liegt, Kinder sieht, mit denen man zusammengearbeitet hat, dann geht einem das deutlich näher.
Verabschieden muss ich mich auch von Fede und Pablo. Mit den beiden habe ich wirklich Glück gehabt, da hätte es auch mal deutlich schlimmer kommen können. Es lag wohl an ihnen, dass ich mich hier so schnell daheim gefühlt habe. Danke dafür.
Auch wenn die Zeit hier wirklich gut war, freue ich mich schon ziemlich auf Neuseeland. Und das ist wohl die größte Schwäche an der Art meiner Reise. Ständig freut man sich auf das nächste, ist gespannt, was kommen wird – so stark, dass das Genießen des Augenblicks manchmal in den Schatten gestellt wird… und das geht wohl so weiter bis Südafrika.
Ein weiterer Nachteil ist die starke Beschränktheit des Gepäcks. Ich musste hier ein paar Kleider zurücklassen, weil sie nicht mehr in den Rucksack passten. Ein Paar meine Turnschuhe habe ich Paulo, einem meiner Kinder vermacht – seine hatten nur noch halbe Sohlen. Er kann sie wohl besser verwenden.
Die Reise geht weiter…und das unter einem guten Stern. Heute hatte die Nummer meines letzten Bustickets die Quersumme 21 – ein Glückszeichen hier ;) Die nächsten Tage werden sicherlich noch mal entspannt verlaufen – bei Griesangs in Brasilien.
Alles Gute!
Euer Fabian
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