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Stand: April 2004

Uruguay war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der reichsten Volkswirtschaften Lateinamerikas. Das Land fiel jedoch ab den fünfziger Jahren zurück, Gründe dafür waren Importsubstitutionspolitik, unwirtschaftliche Staatsunternehmen und ein kostenträchtiges soziales Sicherungssystem bei fallenden Rohstoffpreisen für die traditionellen uruguayischen landwirtschaftlichen Exportprodukte.

Die folgenden Informationen wurden von den Seiten des Auswärtigen Amtes entnommen:

  Die aktuelle wirtschaftliche Lage
  Die Wirtschaftssektoren
  Die Außenwirtschaft
  Wirtschaftsdatenblatt


Aktuelle wirtschaftliche Lage
Dem Land gelang es nach der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2002, durch eine umfangreiche Schuldenumwandlung im Mai 2003, mit einer 93%igen Akzeptanz für die fünfjährige Streckung der Staatsanleihen (5,4 Mrd. USD, davon 3,4 Mrd. international), die drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Die erfolgreiche Schuldenrestrukturierung dürfte der in der zweiten Jahreshälfte 2003 eingesetzten wirtschaftlichen Erholung zusätzlichen Auftrieb verleihen. Das Länderrisiko ging von 3.099 Punkten im Juli 2002 auf gegenwärtig unter 700 650 Punkte zurück. Die Bankeinlagen haben wieder leicht angezogen, die internationalen Reserven sind auf rd. 2 Mrd. USD gestiegen. Nach vierjähriger Rezession konnte Uruguay 2003 mit +2,5% wieder ein positives Wachstum erzielen, für 2004 liegen die offiziellen Schätzungen bei mind. +7%. Die Inflation wird nach 10,2% in 2003 in diesem Jahr bei etwa 9% liegen. Die fiskalische Konsolidierung soll zu dem mit dem IWF vereinbarten Primärüberschuss von mindestens 3,2% führen, bei einem Haushaltsdefizit von -2,9% nach 3,0% bzw. -3,1% in 2003 . Die Arbeitslosigkeit ist mit knapp 17% sehr hoch und düfte trotz wirtschaftlicher Erholung ohne strukturelle Reformen nicht nachhaltig zurückgehen.
Auch wenn Uruguay die Talsohle der Krise durchschritten zu haben scheint, bleiben die Rahmenbedingungen für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum schwierig. Die Nachfrage aus der Region dürfte bescheiden bleiben. Das Produktionspotenzial ist nach Jahren von Investitionsrückgängen begrenzt. Internationale Direktinvestitionen werden nach Einschätzung des IWF in geringerem Umfang nach Lateinamerika fließen als in der Vergangenheit. Der Finanzsektor wird sich nur langsam erholen und wenig ausländisches Kapital anziehen können. Aufgrund der demographischen Entwicklung - Uruguay hat die älteste Bevölkerung auf dem Kontinent und erlebt im Zuge der Krise eine Auswanderungswelle junger leistungsfähiger Menschen - wird der Produktionsfaktor Arbeit nur einen begrenzten Beitrag zum Wachstum leisten können.

Wirtschaftssektoren
Die Landwirtschaft, die zwar nur einen begrenzten Anteil am BIP (ca. 10 13 %) erwirtschaftet, jedoch etwa 65% der Exporte beisteuert, prägt das Land. Auf den Finanz- und Versicherungssektor entfallen rd. 25%, auf die verarbeitenden Industrie rd. 17%, auf Sozial- und öffentliche Dienstleistungen ca. 16%, auf Transport u. Kommunikation rd. 12%, auf Handel, Gastronomie u. Hotels etwa 11%, auf Energie ca. 6% und auf den Bausektor knapp 3%. Neben den landwirtschaftlichen Produkten hat sich Uruguay in den vergangen Jahren in der Region sehr gut auf dem Software-Markt positioniert. Das stärkste Wachstum verzeichnete im vergangen Jahr der Agrarsektor mit einer Zunahme von 14,4%, vor der verarbeitenden Industrie mit 4,6% und Transport u. Kommunikation mit 2,8%. Demgegenüber verzeichneten der Energiesektor mit -7,6% der Bausektor mit -7,1% und Handel, Gastronomie u. Hotels mit -0,9% noch negative Wachstumsraten.

Außenwirtschaft
Nach den starken Einbrüchen im Zuge der Wirtschaftskrise 2002 erholten sich Im- und Exporte im Jahr 2003 wieder, mit einem Anstieg der Exporte von Waren und Dienstleistungen um 13,3% auf rd. 3 Mrd. USD und der Importe um 8,6% auf ca. 2,7 Mrd. USD (Rückgang 2002 -17,4% bzw. -33%). Auf den Mercosur entfallen etwa 31% der Exporte und 47% der Importe, für die EU liegen die Anteile bei 23% und 13%, für die USA bei 11% und 8%. Mit Abstand bedeutendstes Exportland ist Brasilien, gefolgt von den USA und Argentienen. Deutschland liegt an vierter Stelle und ist damit wichtigster europäischer Handelspartner. Der bilaterale Warenaustausch nahm im vergangenen Jahr um 9% auf rd. 207 Mio. USD zu, wobei die Warenexporte nach Deutschland um 33% auf rd. 145 Mio. USD anstiegen.Wichtigste Exportgüter sind landwirtschaftliche Erzeugnisse - allen voran Fleisch - sowie Leder. Nachdem die Handelbilanz in den 90iger Jahren überwiegend negativ war, brachte die Wirtschaftskrise mit der 94%igen Abwertung im Jahr 2002 wieder einen Überschuss mit sich, der sich auch 2003 fortsetzte.

Quelle: Auswärtiges Amt



Wirtschaftsdatenblatt

Stand: April 2004

 

2002

2003

1. Bevölkerung

Einwohner in Mio.

3,36

3,33

Bevölkerungsdichte

18,6

18,7

     

2. Bruttosozialprodukt

   

BIP in Mio. USD

12.273

11.177

BIP p.capita USD BIP in Mio. USD

3.631

3.283

Reales Wachstum in v.H.

-11

2,5

Inflationsrate

25,9 %

10,2 %

     

3. Staatshaushalt

   

Gesamtstaatlicher Saldo in Mio. USD

515

347

Gesamtstaatliches Defizit in v.H. BIP

-4,2%

3,1

Primärüberschuss in v.H. BIP

0,2%

3,0%

Schuldendienst in v.H. BIP

-4,4%

-6,1%

     

4. Zahlungsbilanz

   

Exporte in Mio. USD

2.639

3.051

Importe in Mio. USD

202

344

Saldo Handelsbilanz in Mio. USD

202

344

Saldo Leistungsbilanz in Mio. USD

322

76

Saldo Zahlungsbilanz in Mio. USD

-2.328

1.380

     

5. Staatsverschuldung

   

Öffentliche Verschuldung in Mrd. USD

11,34

12,44

Öffentliche Verschuldung v.H. BIP

92,8%

111,3%

Externe Verschuldung in Mrd. USD

10,55

11,9

Externe Verschuldung in v.H. BIP

86%

107,3%

Devisenreserven/Jahresende in Mio. USD

772

2.087

     

6. Währung Durchschnitt

   

Peso/USD

21,26

28,22

Peso/Euro

19,17

33,31

7. Arbeitslosigkeit

  

Jahresdurchschnitt

 

16,9%


8. Bilaterale Beziehungen

 

 

Wareneinfuhren aus UGY in Mio. USD

 

 

absolut

108,5

145,1

Warenausfuhren nach UGY in Mio. USD

 

 

Absolut

81,2

61,7

Deutsche Direktinvestitionen

 

 

Entwicklung

n.v.

n.v.

 

 

 

Investitionsschutzvertrag vom 04.05.1987, in Kraft seit

18.06.1990

 

Doppelbesteuerungsabkommen 05.05.1987, in Kraft seit

01.01.1991

 

Finanzbeziehungen, deutsche Leistungen

 

 

(EH, Ausrüstungshilfe, Umschuldung)

keine

Neuzusagen


Quelle: Auswärtiges Amt  



 



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